Dienstag, 4. November 2008

Kann ich nach einem Wechsel später wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung?

Nicht ohne Grund wird die Entscheidung zum Wechsel in die private Krankenversicherung als eine Entscheidung für das Leben bezeichnet, denn so einfach, wie von der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenversicherung gewechselt werden kann, wenn die Voraussetzungen gegeben sind, ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung nicht möglich.

Dabei hat sich der Gesetzgeber selbstverständlich auch etwas gedacht. Wer in jungen Jahren von den niedrigen Kosten der privaten Krankenversicherung profitiert, der soll nicht ohne Weiteres, wenn es sich die persönliche Situation zu seinen Ungunsten verändert, wieder in die gesetzliche Versicherung wechseln und dann wieder von der Solidargemeinschaft profitieren können. Deshalb sollte dieser entscheidende Schritt wirklich immer wohl überlegt sein. Es geht nicht um einige Hundert Euro, die heute gespart werden können, es geht auch um die Beiträge, die zu entrichten sind, wenn eine Familie gegründet wird oder die im Alter fällig werden.

Wenn das Einkommen eines privat Versicherten dauerhaft unter die Pflichtversicherungsgrenze sinkt, und damit ist mindestens ein Jahr gemeint, welches auch nachgewiesen werden muss, kann wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung gewechselt werden, aber nur, wenn der Versicherte nicht älter als 55 Jahre ist. Diesem Personenkreis bleibt eine Rückkehr in die GKV grundsätzlich verwehrt.

Wer sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht hat befreien lassen, der kann allerdings auch bei geringerem Einkommen nicht mehr zurück, es sei denn, der Versicherte wird arbeitslos. Dabei gehen dem Versicherten die angesparten Altersrückstellungen in der PKV jedoch verloren. Neue Regelungen des Gesetzgebers ermöglichen auch, dass die Agentur für Arbeit die Beiträge für die private Krankenversicherung übernimmt, das setzt jedoch voraus, dass der Betroffene bereits seit fünf Jahren Mitglied einer privaten Krankenversicherung ist. Ähnliche Regelungen gibt es auch für die über 55-jährigen privat Versicherten.

Selbstständige und Freiberufler, die den Wechsel in die private Krankenversicherung vollzogen haben, können solange sie ihre Tätigkeit ausüben, nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.



Wonach richten sich die Beiträge in der privaten Krankenversicherung?

Anders als in der gesetzlichen Krankversicherung, wo die Beiträge sich prozentual nach dem Einkommen des Versicherten richten, kennt die private Krankenversicherung diese Form der pauschalen Beitragsberechnung nicht. Deshalb muss für jeden Versicherten individuell ein Angebot erstellt werden, denn der Beitrag ist von solchen Kriterien wie der gewünschten Leistung, dem Alter, dem Geschlecht und dem Gesundheitszustand des zu Versichernden abhängig. So zahlen beispielsweise Frauen fast immer höhere Beiträge als Männer.
Außerdem müssen alle Familienangehörigen extra mit eigenen Verträgen versichert werden. Grundsätzlich lässt sich nur sagen, dass eine private Krankenversicherung für Familien immer teurer ist.
Viele Tarifmodelle der privaten Krankenversicherung werden mit Selbstbeteiligung angeboten, das ist in etwa vergleichbar mit der Vollkaskoversicherung beim Auto, wo die Prämie günstiger wird, je höher die Selbstbeteiligung ist.
Es lässt sich also gut sparen, wenn in der privaten Krankenversicherung ein Tarif mit hoher Selbstbeteiligung gewählt wird, allerdings müssen diese Kosten dann bei Arztbesuchen auch tatsächlich getragen werden und zu den ohnehin gezahlten Beiträgen addiert werden.
Wer hingegen seine private Krankenversicherung ein ganzes Jahr nicht in Anspruch nimmt, dem winkt nicht selten eine Beitragsrückerstattung von bis zu drei Monatsbeiträgen. Auch hier wird deutlich, dass die PKV für junge und gesunde Menschen durchaus attraktiv sein kann.

Mit der gewünschten Selbstbeteiligung bestimmt der Versicherte den Anteil der Kosten, die er bereit ist, aus eigener Tasche zu tragen. Alle privaten Versicherer bieten unterschiedliche Selbstbehalte an, das reicht von 50 Euro bis hin zu 5000 Euro im Jahr. Weiterhin werden dann noch verschiedene Arten der Selbstbeteiligung angeboten, so die komplette Selbstbeteiligung für alle Leistungsbereiche oder die Selbstbeteiligung im ambulanten Bereich bis hin zur so genannten Quoten-Selbstbeteiligung, hier ist ein bestimmter prozentualer Anteil der Behandlungskosten grundsätzlich selbst zu tragen, meist bis zu einer festgesetzten Obergrenze. Die Selbstbeteiligung ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn man eher selten zum Arzt geht, sonst kann es gut möglich sein, dass die Beitragsersparnis von den Kosten der Selbstbeteiligung ganz schnell verbraucht wird und der Versicherte letztlich insgesamt höhere Kosten trägt.



Worauf muss ich vor dem Wechsel in die private Krankenversicherung achten?

Die Wahl der Art der Krankenversicherung ist in der Regel eine Entscheidung für das Leben und entsprechend wichtig ist es, bei dieser Entscheidung nicht nur vom Istzustand der persönlichen Situation auszugehen, sondern auch die zukünftige Lebensplanung zu betrachten. Mit dem Wechsel in eine private Krankenversicherung können im günstigsten Fall mehrere Hundert Euro im Monat gespart werden, wer aber zum Beispiel als Alleinstehender die Absicht hat, in naher Zukunft eine Familie zu gründen und Kinder zu erziehen, für den kann die private Krankenversicherung dann später eine teure Angelegenheit werden. Die private Krankenversicherung kennt keine Familienversicherung. Sowohl für die Kinder als auch für den nicht berufstätigen Ehepartner werden extra Beiträge erhoben, die dann in der Summe deutlich teurer sein können, als der Beitrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung, die die Familie nach dem Solidarprinzip kostenfrei mitversichert.

Wer in die private Krankenversicherung wechseln will, sollte vollkommen gesund sein, denn vor der Aufnahme in die private Krankenversicherung müssen umfangreiche Angaben zum Gesundheitszustand gemacht werden. Bestehen bestimmte Vorerkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes oder Erkrankungen des Herzens muss der Betroffene damit rechnen, dass die PKV aufgrund des höheren Risikos einen Beitragszuschlag erhebt oder, dass sie den Aufnahmeantrag komplett ablehnt.

Während bei der gesetzlichen Krankenversicherung die Beiträge hin und wieder um wenige Prozentpunkte steigen und ab Januar 2009 für alle Versicherten gleich sind, muss ein privat Versicherter auch immer damit rechnen, dass die Versicherung aufgrund gestiegener Kosten die Beiträge erhöht, möchte er dann die Versicherungsgesellschaft wechseln, muss er sich erneut den Gesundheitsfragen stellen und es wird für die Beitragsberechnung das neue Alter herangezogen. Das heißt für den Versicherten, mit steigendem Alter werden die Kosten für die private Krankenversicherung sich auf jeden Fall erhöhen.
Ein weiterer Aspekt sind die Altersrückstellungen, die von den privaten Versicherern gebildet werden, um die Beiträge im Alter möglichst niedrig zu halten. Bei einem Wechsel zu einer anderen Versicherungsgesellschaft gehen auch diese verloren.

Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.




Ist meine Familie in der PKV kostenfrei familienversichert?

In Deutschland gibt es die gesetzliche Krankenversicherung und die private Krankenversicherung. Während die gesetzliche Krankenversicherung nach dem Prinzip der Solidargemeinschaft funktioniert und allen Menschen gleichermaßen offensteht, müssen Personen, die eine private Krankenversicherung wählen, bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Grundsätzlich können Arbeitnehmer nur dann in die private Krankenversicherung wechseln, wenn sie bestimmte Einkommensgrößen überschreiten. Für das Jahr 2008 liegt dieses Einkommen bei monatlich 4.012,50 Euro. Das bedeutet, dass die private Krankenversicherung, die auch erheblich umfangreichere Leistungen als die gesetzliche Krankenversicherung anbietet, nur für die „Besserverdienenden“ und die Selbstständigen, die Freiberufler und Beamten offen steht.

Gerade für Menschen mit einem höheren Einkommen kann die private Krankenversicherung die kostengünstige Alternative sein, weil die Beiträge sich nach dem gewählten Tarif, dem Alter, dem Geschlecht und dem Gesundheitszustand des Versicherten berechnen. Je nachdem, welcher Tarif gewählt wird, bekommen privat Versicherte höhere Erstattungen bei der Anschaffung von Brillen, bei Zahnersatz und müssen auch bei den Medikamenten nichts dazuzahlen. Des Weiteren können sie im Krankenhaus ein Einzelzimmer und Chefarztbehandlung wählen und auch die Arztkosten im Ausland werden erstattet.



Während es in der gesetzlichen Krankenversicherung die beitragsfreie Familienversicherung gibt, in der Arbeitnehmer ihre nicht berufstätigen Ehefrauen und ihre Kinder ohne Kosten mitversichern können, kennt die private Krankenversicherung dieses System nicht. Hier muss jeder einzeln versichert werden. Das heißt, für einen Familienvater mit zwei Kindern wird die private Krankenversicherung deutlich teurer, weil die Ehefrau und die Kinder jeweils eine separate Versicherung abschließen müssen. Außerdem ist es in der privaten Krankenversicherung üblich, dass der Versicherte gegenüber dem Arzt in Vorleistung tritt und die Kosten dann gegenüber der Versicherung geltend macht, was schon immer voraussetzt, dass ausreichende Liquidität vorhanden ist.

Für Familien mit Kindern und auch für Alleinerziehende ist die private Krankenversicherung in der Summe immer teurer als die gesetzliche Krankenversicherung, aus diesem Grund wird diese auch immer gut verdienenden Singles oder Paaren ohne Kinderwunsch empfohlen.